Zusammenfassung Rede des Ersten Sekretärs des CK der KPSS, N. S. Chruščev auf dem XX. Parteitag der KPSS [Geheimrede] und der Beschluß des Parteitages Über den Personenkult und seine Folgen, 25. Februar 1956 / Bayerische Staatsbibliothek (BSB, München)

Rede des Ersten Sekretärs des CK der KPSS, N. S. Chruščev auf dem XX. Parteitag der KPSS ["Geheimrede"] und der Beschluß des Parteitages "Über den Personenkult und seine Folgen", 25. Februar 1956

Zusammenfassung

In seiner Rede vor den Delegierten des XX. Parteitags, die N. Chruščev am 25. Februar 1956 – unter Ausschluß der Öffentlichkeit – hielt, ging er hart mit Stalin ins Gericht, der Jahrzehnte lang wie eine Ikone verehrt und glorifiziert worden war und als Garant für die Befreiung vom "Joch des Kapitalismus" galt; Chruščev machte ihn persöhnlich für Verbrechen der Vergangenheit verantwortlich, vor allem jene Repressionen, die sich gegen Parteigenossen und nichtrussische Völkerschaften gerichtet hatten. Die Geheimrede gehört zu den bahnbrechenden Dokumenten in der Geschichte der Sowjetunion. Ihr Inhalt wurde rasch bekannt. Ihre Konsequenzen sind vergleichbar mit der Oktoberrevolution 1917, der Ausdifferenzierung des zentralistisch aufgebauten Sowjetsystems in den 1920er/1930er Jahren und mit der in der Epoche von Glasnost' und Perestrojka 1991 erfolgten Auflösung des Sowjetimperiums. Im Unterschied zur Oktoberrevolution und Perestrojka vollzogen sich die Veränderungen, die durch die Geheimrede ausgelöst wurden, nicht abrupt: Sie manifestierten sich in einem unaufhaltsamen Erosionsprozeß, der zunächst die Kultur, dann die Ideologie und schließlich das politische System erfaßte. Ausdruck dieser Entwicklung waren die Entstehung der politischen Dissidentenbewegung sowie die sukzessive Transformation und Differenzierung der Wissenschaft und Kultur der Stalinzeit – die Entstehung alternativer Richtungen in Literatur, bildender Kunst, Film und Musik.

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