Zusammenfassung 'Appell an das sowjetische Volk' des Staatskomitees für den Ausnahmezustand in der UdSSR (GKČP), 18. August 1991 / Bayerische Staatsbibliothek (BSB, München)

'Appell an das sowjetische Volk' des Staatskomitees für den Ausnahmezustand in der UdSSR (GKČP), 18. August 1991

Zusammenfassung

Am frühen Morgen des 19. August 1991 erfuhr die sowjetische Bevölkerung aus allen offiziellen Medien, Michail Gorbačev könne aufgrund seines Gesundheitszustandes die Verpflichtungen des Präsidenten der UdSSR nicht wahrnehmen. Die politische Führung des Landes sei auf ein Staatskomitee für den Ausnahmezustand in der UdSSR (GKČP) unter Leitung des Vizepräsidenten Gennadij Janaev übergegangen. Ein Staatstreich hatte begonnen, der als "August-Putsch von 1991" in die Geschichte einging. Der "Appell an das sowjetische Volk" stellte das wichtigste Programmdokument des GKČP dar. Eine Synthese von sowjetisch-kommunistischen, großmachtpolitisch-patriotischen und gemäßigt-liberalen Parolen, zielte der "Appell" auf die Mobilisierung der Bevölkerung für eine konservative Wende in der Politik. Der widersprüchliche Charakter des "Appells", das Mißtrauen der Bevölkerung hinsichtlich seiner Parolen, die unentschiedene Haltung des GKČP und die Dominanz der Demokraten in der politischen Bewegung schlossen definitive Auftritte zur Unterstützung der Putschisten aus. Ihre Niederlage öffnete den Weg zum Machtransfer vom Unionszentrum in Moskau auf die Führer der Unionsrepubliken, schließlich zum Untergang der UdSSR. Im Zuge der Radikalisierung der liberalen Reformen, der sozialen Differenzierung und des Zerfalls der UdSSR fanden die großmacht-patriotischen und kommunistischen Grundsätze des "Appells" Eingang in den Ideenbestand der konservativen Parteien und Gruppierungen.

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