Zusammenfassung Deklaration der Fraktion der Linken Sozialrevolutionäre im VCIK anläßlich der Ratifizierung des Friedensvertrages durch den 4. Außerordentlichen Sowjetkongreß, 15. März 1918 / Bayerische Staatsbibliothek (BSB, München)

Deklaration der Fraktion der Linken Sozialrevolutionäre im VCIK anläßlich der Ratifizierung des Friedensvertrages durch den 4. Außerordentlichen Sowjetkongreß, 15. März 1918

Zusammenfassung

Die Linken Sozialrevolutionäre unterstützten den Oktoberumsturz und den Übergang der Macht an die Sowjets. Obwohl sie sich ursprünglich für die Idee einer "sozialistischen Koalitionsregierung" ausgesprochen hatten, wurden sie im November 1917 zu Juniorpartnern der Bolschewiki in der neuen Regierung, dem Rat der Volkskommissare (SNK), im Dezember auch im Allrußländischen Zentralen Exekutivkomitee der Sowjets (VCIK). Doch die Koalition zwischen den Bolschewiki und den Linken Sozialrevolutionären blieb nur ein Intermezzo. Ihre Bemühungen um die "Demokratisierung" der Diktatur und die Eindämmung des totalen Machtanspruchs der leninschen Führung, ihr Protest gegen den politisch motivierten und staatlich getragenen Terror brachten die beiden Parteien in Konflikt. Zwar standen sie den Bolschewiki im Januar 1918 bei der Auflösung der Konstituierenden Versammlung noch zur Seite. Doch die Gegensätze wurden unüberbrückbar und erreichten ihren Höhepunkt während der Auseinandersetzungen um den Brester Friedensvertrag mit Deutschland im Winter/Frühjahr 1917/1918. Nachdem die bolschewistische Mehrheit des 4. Sowjetkongresses in seinen Abschluß unter deutschen Bedingungen einwilligte, erklärten die Linken Sozialrevolutonäre (die im Gegensatz dazu an einem "Separatfrieden ohne Annexionen und Kontributionen", der "Weltrevolution" und dem "revolutionären bzw. einem Partisanenkrieg gegen den deutschen Imperialismus" festhielten und sich entschieden gegen den "Raubfrieden" wandten) am 15. März 1918 ihren Austritt aus der Regierung. Die Auflösung des Bündnisses zwischen Bolschewiki und Linken Sozialrevolutionären wurde zum wichtigen Schritt auf dem Weg in die Einparteidiktatur.

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