Zusammenfassung Plakat des Kindersuchdienstes der Zonenzentrale München des Deutschen Roten Kreuzes, ca. 1947 / Bayerische Staatsbibliothek (BSB, München)

Plakat des Kindersuchdienstes der Zonenzentrale München des Deutschen Roten Kreuzes, ca. 1947

Zusammenfassung

Das Plakat des Kindersuchdiensts der Zonenzentrale München des Deutschen Roten Kreuzes zeigt 50 von über 500.000 deutschen Kindern und Jugendlichen, die infolge der nationalsozialistischen Diktatur und des Zweiten Weltkriegs zwischen 1939 und 1948 von ihren Eltern getrennt worden waren. Es verweist damit auf eine der größten sozialgeschichtlichen Verwerfungen Deutschlands im 20. Jahrhundert: Flucht, Vertreibung und Vermisstsein. 12 Millionen Deutsche verloren ihre angestammte Heimat und schätzungsweise 20 Millionen den Kontakt zu ihren Angehörigen. Um die auseinander gerissenen Familien wieder zusammenzubringen, bauten Privatpersonen und Hilfsorganisationen nach 1945 eigene Suchdienste auf. Dazu gehörte auch der bis heute bestehende Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes in der späteren Bundesrepublik. Über Radiodurchsagen, Zeitschriftenannoncen und eben auch Suchplakate bat die Organisation die Bevölkerung um Mithilfe bei der Nachforschung nach den Verschollenen des Zweiten Weltkriegs. Zusammen mit anderen Einrichtungen konnte der Suchdienst so das Schicksal von etwa 16 Millionen Gesuchten aufklären helfen und schuf damit eine wichtige Voraussetzung für die Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen in die bundesdeutsche Nachkriegsgesellschaft.

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